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Gedichte – So schreibe ich

Schreiben, reimen, dichten,
Erfinden von Geschichten,
Worte schaffen, Welten bauen
Und sich mal was andres trauen.

Gedichte - So schreibe ich

Ich bin auf die Blogparade von Eva Laspas von der Akademie Schreiben lernen zum Thema „So schreibe ich“ gestoßen. Da ich bisher noch kein vollendetes Roman-Projekt vorliegen habe und ich in Sachen Plotten noch stark am Experimentieren bin, war ich mir zunächst unsicher, ob ich wirklich einen sinnvollen Beitrag zu dem Thema leisten könnte. Doch dann wurde mir klar: Hey, ich schreibe seit Jahren mit Leidenschaft Gedichte! Wieso nicht das Thema nutzen, um nochmal ein wenig über Lyrik zu schreiben!

DIE GEDICHTE UND ICH

Ich schreibe schon seit vielen Jahren Gedichte. Seit ich in der Schule damit in Kontakt kam, gibt es auch eigene Werke von mir. Ich gehörte sogar zu den wenigen, die Gedichtinterpretationen toll fanden. Das war jedoch keine lange Phase, denn leider ging die Meinung meines Deutschlehrers mit meiner da nie wirklich konform, so dass ich es irgendwann aufgegeben habe. Meine Liebe zu Gedichten an sich konnte das jedoch nicht bremsen.

Seither sind Gedichte, eigentlich immer in gereimter Form, ein fester Teil von mir. Sie begleiten mich durch alle Lebenslagen. Durch das Schreiben von Gedichten kam ich dann irgendwann auch zum Schreiben von Kurzgeschichten, arbeite mittlerweile an Roman-Projekten und wie du hier gerade lesen kannst, bin ich ja dann auch unter die Blogger gegangen. Das alles begann mit ein paar Gedichten, von denen ich mittlerweile auch einen „fertigen“ Band in der Schublade liegen habe.

GEDICHT, LYRIK UND DIE MODERNE

Unter Autoren gibt es manchmal die Diskussion, ab wann man sich denn als Autor bezeichnen darf. Hier gibt es ganz unterschiedliche Ansichten, die mal heftiger und mal lockerer vertreten werden. In der Lyrik gibt es da leider ein ähnliches Phänomen.

Wann ist denn ein Gedicht ein Gedicht? Wer ein Werk von den großen Dichtern der Vergangenheit liest, wird es sofort zweifelsfrei als solches erkennen. Doch in der „modernen Lyrik“ wird das deutlich schwerer. Hier fehlen oftmals Reim und Metrum, lediglich die Aufteilung in Verse und Strophen lässt erkennen, dass es sich um etwas anderes, als einen prosaischen Text handelt. Nach der heutigen Definition eines Gedichtes handelt es sich um eine rhythmisch-stilisierte Versdichtung, von Metrum und Reimen ist da keine Rede.

Die Meinungen diesbezüglich gehen da mindestens soweit auseinander wie bei den Autoren. Ist ein Dichter, der ein Sonett oder eine Ode nach den festen Mustern schreibt, nicht mehr zeitgemäß? Erfüllt die moderne Lyrik den notwendigen Grad an Kreativität und Schöpfungshöhe oder handelt es sich manchmal um wirr aneinander gereihte Worte?  Ich will hier definitiv keine Diskussion über das Thema lostreten, mir geht es nur darum, dass Lyrik und Gedichte so unterschiedlich sein können wie ganze Romane. Jeder muss dabei seinen Weg, seine Präferenzen und seine Art zu Schreiben finden. Meine Art Gedichte zu schreiben bedeutet grundsätzlich, dass sich etwas reimen muss.

REIM DICH ODER ICH FRESS DICH

Ich muss aber gestehen, sicher ist nicht jeder Reim den ich zu Papier bringe, auch wirklich gelungen. Manchmal klingt es ein wenig nach „Reim dich oder ich fress dich“. Wenn ich clever genug bin, das Ganze nicht gleich auf Twitter zu posten, dann liegt der Reim eine Weile, bis sich das passende Gegenstück gefunden hat. In drei Jahren Reimerei auf Twitter ist mir das nicht immer gelungen.

Sofern ich gerade Internet zur Verfügung habe, gestaltet sich das Reime-finden ein wenig einfacher. Ich liebe die Seite https://reimmaschine.de/ und verwende sie total gerne, wenn ich schauen will, welche Wörter sich denn alle auf das Wort reimen, das mir gerade im Kopf herum spukt. Mit dieser Basis lässt sich dann wunderbar arbeiten und die Rädchen im Kopf fangen an sich zu drehen.

Notizbuch

NIEMALS OHNE NOTIZBUCH (ODER SMARTPHONE)

Deswegen habe ich immer etwas zu schreiben dabei. In den meisten Fällen ist es mein Notizbuch, denn dort schreibt es sich einfach am besten. Ich kann darin herum malen, Verse verschieben, mehrere Versionen eines Verses mit verschiedenen Symbolen kennzeichnen, mir die Betonungen mit x-en dazu malen und vieles mehr. So ein Notizbuch ist einfach unersetzlich! Wenn ich das aber mal nicht zur Hand habe, dann muss das Smartphone herhalten, Hauptsache ich kann den Reim, der mir gerade durch den Kopf geschossen ist, notieren, bevor er beim nächsten Windhauch auch schon wieder verschwunden ist. Denn Reime sind manchmal wie diese sensiblen Plotbunnies, schreib sie sofort auf oder du siehst sie nie wieder!

Und mit der Muse ist es ebenso. Sie überfällt dich, wann immer es ihr in den Kram passt. Bei Gedichten finde ich das jedoch zum Glück weniger hinderlich, wie bei Romanen. Arbeit, Familie, Alltag und mehr machen es meist nicht möglich, sich „mal schnell“ hinzusetzen und die Fünfzig-Seiten-Geschichte zu schreiben, die mich gerade befallen hat. Bei Gedichten ist das kein Problem, ein paar Verse sind schnell notiert.

IN GUTEN WIE IN SCHLECHTEN ZEITEN

Darüber hinaus sind Gedichte, zumindest bei mir, völlig launeunabhängig. Während ich zum Schreiben von Kurzgeschichten oder zum Arbeiten an meinen Roman-Ideen eigentlich immer gute Laune brauche, kann ich Gedichte in absolut jeder Laune schreiben. Meist ist es sogar die Laune, aus welcher heraus viele Gedichte erst entstehen.

Gedichte zu schreiben ist für mich etwas unheimlich Befreiendes. Sie ermöglichen es, Gefühle jeglicher Art und Weise auszudrücken. In erster Linie denkt man da wohl an Liebes-, Sehnsuchts- oder Herzschmerz-Gedichte, doch da gibt es noch viel mehr, man kann alles als Gedicht ausdrücken. Neben eben jenen Liebesgedichten, sowie Werken für Familie und Freunde zu Geburtstagen, Hochzeiten und sonstigen Anlässen, schrieb ich dann auch irgendwann Gedichte über Probleme des Alltags und der heutigen Zeit. Von lustigen Verrissen, über kritisches Hinterfragen der Gesellschaft, bis hin zu Naturgedichten und Nonsensversen ist heute alles dabei.

Und nicht nur das, die Gedichte sind auch ein Teil eines jeden meiner Blog Beiträge. Deswegen findest du zum Anfang immer einen kleinen Vierzeiler. Auch ein paar meiner längeren Werke gibt es hier auf meinem Blog zu lesen, wie zum Beispiel „Deine Reise“, „Dürstend“ oder „#Wochengedicht“.

FÜR MEHR GEDICHTE!

Für mich sind wundervolle Gedichte wie Lieblingslieder oder epische Soundtracks von tollen Filmen: Text und Melodie nehmen dich mit und tragen dich einfach davon.

Vielleicht konnte ich dich mit meinem Beitrag ja dazu inspirieren, es auch mal mit einem Gedicht zu versuchen. Oder bist du vielleicht sogar Dichter? Wie stehst du zum Schreiben? Und wie findest du Gedichte?

Noch eine Info am Rand: Für jeden Bericht habe ich mittlerweile auch ein eigenes Foto für Pinterest hinterlegt, falls du etwas pinnen möchtest 🙂

Liebe Grüße
Tenja Tales

4 COMMENTS

  1. Liebe Tenja,

    dein Beitrag zum Thema Dichtkunst ist schon ein paar Tage alt, aber ich möchte dir gern ein paar Worte dalassen.

    Ich habe tatsächlich eine ähnliche Vergangenheit mit der Poesie und habe in jungen Jahren viel gedichtet. Irgendwann wurden die Verse aber immer schwerer und melancholischer, sodass ich die Lyrik eine Weile aus meinem Leben verbannt habe.

    Aber auch wenn ich selbst nicht schrieb, so habe ich doch immer Lyrik konsumiert. Hier vor allem in Form von (vorzugsweise englischsprachigen) Poetry Slams und Spoken Word. Ich bewundere die Slammer immer wieder, wie sehr sie mit Spannung und Metrum und Wortwitz spielen. Nicht selten bin ich so in der Emotion, dass ich alles andere um mich herum vergesse.

    Ich möchte mich an dieser Stelle auch für den tollen Austausch mit dir im Forum bedanken und dafür, dass du mir eine kleine Tür zur Lyrik wieder aufgestoßen hast mit deinen Beiträgen. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, mehr von dir zu lesen!

    Liebe Grüße aus dem Wald,
    Fuxich

    • Hallo Fuxich,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! ♥ Ich freue mich immer, wenn auch die „älteren“ Beiträge noch ein wenig Aufmerksamkeit bekommen 😀 Mit Poetry Slams habe ich mich bisher tatsächlich viel zu wenig beschäftigt, das werde ich bei Gelegenheit aber definitiv noch nachholen.
      Ich freue mich sehr, dass ich dich wieder ein wenig zur Lyrik zurück bringen konnte und hoffe, dass die Melancholie diesmal fern bleibt! Wenn du ein paar positive Verse brauchst, melde dich einfach 🙂

      Liebe Grüße
      Tenja Tales

  2. Liebe Tenja,
    ja, Gedanken sind flüchtig, die Federn – schreibst du sie nicht auf, fegt sie der nächste Wind weg … zurück ins Meer der Gedankenwelten … 😉 Wunderbarer und ansprechender Beitrag zu meiner Blogparade. Er animiert auf alle Fälle und zeigt auch, wie nett so ein Büchlein ist … ich danke dir wirklich sehr!
    lg Eva

    • Liebe Eva,

      vielen Dank für deinen Besuch! Ein schöner Vergleich mit den Federn 🙂 Es freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt und ich hoffe, er kann auch andere inspirieren und aminieren.

      Liebe Grüße
      Tenja Tales

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