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Fantasy Lesefestival im Hummelpark

Sommer, Sonne, Sonnenschein,
lass uns bei einer Lesung sein!
Von Geschichte zu Geschichte springen
und die Werke dann nach Hause bringen.

Die Autoren des Fantasy Lesefestivals

Da es sich um einen Erlebnisbericht inklusive Produktpräsentationen handelt, ist der Beitrag als „Unbezahlte Werbung“ in den Stichwörtern markiert. Ich habe für diesen Bericht weder Geld bekommen, noch Bücher oder etwas anderes kostenlos erhalten.

Ein bisschen Bookstagram zum Anfassen

Vom Hummelpark aus in andere Welten. Online-Lesungen sind toll, aber als Vor-Ort-Veranstaltung sind sie doch nochmal etwas ganz anderes. Das ist wie mit eBooks und Prints, ihr kennt das, oder? Nachdem die Pandemie solche Präsenz-Veranstaltungen lange zunichte gemacht hat, konnte ich letzten Samstag am Fantasy Lesefestival im Hummelpark in Hochheim teilnehmen. Organisiert hat das Ganze die Buchhandlung Eulenspiegel aus Hochheim. Und lustiger Weise bin ich darauf über Instagram aufmerksam geworden.

Die Schattensammlerin und Das Zeitalter der Drachen

Die Idee zum Fantasy Lesefestival

Als ich mir in der Buchhandlung die Karte für das Festival gekauft habe, war ich doch etwas erstaunt, dass der Fantasy Bereich leider aus nicht mehr als einem kleinen Regal bestand. Hier besteht leider das gleiche Problem, das ich schon in vielen Buchhandlungen erlebt habe: Die Laufkundschaft besteht nicht aus Fantasy Lesern. Aber das sollte geändert werden und das Fantasy Lesefestival seinen Beitrag dazu leisten.

Doch es gab noch mehr Antritt für dieses Lese-Ereignis. Die Organisatorin Laura ist nämlich ein großer Fan der Bücher von Judith & Christian Vogt und hat das Erscheinen von „Schildmaid“ als Anlass genutzt, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Schildmaid und die ersten beiden Teile von Die Chronik des Siegelmagiers

Die wichtigsten Fakten zum Fantasy Lesefestival

Wie kann man sich so eine Lesung oder ein Fantasy Lesefestival jetzt vorstellen? Vorab konnte man in den vergangenen Wochen seine Eintrittskarte für das Fantasy Lesefestival bereits in der Buchhandlung direkt für 25 Euro kaufen. Natürlich war aber auch der Kauf direkt vor Ort am Veranstaltungsabend möglich.

Um 17 Uhr am 16. Juni 2022 war dann der Einlass in den Hummelpark in Hochheim eröffnet. Neben der aufgebauten Lese-Bühne gab es einen Signier-Pavillon, in dem sich die Autoren und Autorinnen meist aufgehalten haben. Ein großer Bücherstand ermöglichte es, die Werke aus denen gelesen wurde, sowie weitere Bücher der anwesenden Autoren und Autorinnen direkt zu kaufen und sich später signieren zu lassen. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt, es gab einen Stand der Zuckerbäckerei Maalula und einen vom Partyservice Klaus Doesseler. Von der Bratwurst bis zu vegetarischen und veganen Leckereien war also alles dabei, ebenso wie Getränke. Nicht zu vergessen sind Ton und Technik, die das Ganze erst wirklich möglich gemacht haben, und zwar durch Sascha König.

Lesung im Hummelpark

Der phantastische Abend

Zwischen 17 und 18 Uhr kamen nun die begeisterten Besucher, die hungrig auf neue Geschichten und phantastische Welten waren. Insgesamt würde aus vier Büchern gelesen werden. Wer eine Picknick-Decke oder einen Camping-Stuhl dabeihatte, machte es sich vor der Bühne bequem, wo bereits kleine Tische und Lampen aufgebaut waren. Dahinter gab es ein paar aufgebaute Bänke, auf denen man ebenfalls Platz nehmen konnte. Ein besonderes Highlight war die liebevolle Dekoration, die sowohl an den Bäumen neben der Bühne als auch am Bücherstand und dem Pavillon angebracht war. Laura hat hier wundervolle Papierdrachen und auch den einen oder anderen Pegasus gebastelt.

Signier-Pavillon

Die Schattensammlerin – T. S. Orgel

Den Anfang machten die Brüder Tom und Stephan Orgel mit ihrem Buch „Die Schattensammlerin – Dichter und Dämonen“. Mit ihrer lockeren und humorvollen Art waren die beiden sofort sympathisch und man hat ihnen überhaupt nicht angemerkt, dass es ihre erste Lesung auf einer derartigen Veranstaltung war. Die zwei Autoren kommen selbst aus dem Rhein-Main-Gebiet und ihr Buch spielt sogar in Frankfurt, wenn auch 1830. Gelesen wurde im Wechsel und es gab immer wieder spannende Informationen über die ausführliche Recherche, die die beiden für ihr Werk betrieben hatten. Dabei spielten Schillers Schädel und die Suche nach Inspiration eine große Rolle und kamen als Thema über den gesamten Abend immer mal wieder auf.

Hier der Klappentext von „Die Schattensammlerin“:
„Frankfurt am Main, im Jahr 1830. Während eines rauschenden Fastnachtsballs wird Millicent Wohl, eine junge und wissbegierige Frau, plötzlich Zeugin eines brutalen Raubüberfalls in einem Museum. Eine schwarze Gestalt eilt an ihr vorüber – und verschwindet im Nichts. Milli versucht den Diebstahl aufzuklären, doch niemand glaubt ihren Hinweisen. Da erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: der alte Goethe ist inkognito in Frankfurt, und der Dichterfürst hat ein großes Interesse an der Wiederbeschaffung des Diebesguts. Eine atemlose Jagd auf finstere Mächte und Sagengestalten beginnt …“

Lesung von T. S. Orgel

Das Zeitalter der Drachen – Jenny-Mai Nuyen

Die Autorin Jenny-Mai Nuyen schreibt seit ihrer frühen Kindheit Geschichten und hat ihren ersten Fantasy Roman bereits mit dreizehn geschrieben. Mittlerweile hat sie einige phantastische Geschichten veröffentlicht und an diesem Abend aus „Das Zeitalter der Drachen“ vorgelesen. Neben einer spannenden Geschichte bot sie noch mehr und hat sich mit den Anwesenden im Anschluss an ihre Lesung darüber unterhalten, was eine gute Geschichte ausmacht. Dabei kamen viele schöne und interessante Ansichten zusammen. Was macht für dich denn eine gute Geschichte aus? Schreib es mir doch gerne in die Kommentare!

Hier der Klappentext von „Das Zeitalter der Drachen“:
„Das Leben ist hart in Ydras Horn. Alle paar Monate taucht ein Drache auf und belagert auf unbestimmte Zeit die Zwergenfestung. Die Bestie lauert stets auf eine bestimmte junge Frau, die von Geisterschatten gezeichnet ist. Niemand weiß, wen es als nächstes trifft, und die Versuchung ist groß, die Unglückselige einfach dem Drachen zu überlassen. Manch eine wählt sogar freiwillig den Märtyrertod, denn jede Belagerung bringt hohe Kosten für die Gemeinschaft mit sich.
Als Nireka am Geisterschatten erkrankt, tut sie etwas, das noch keine Frau vor ihr getan hat. Sie verbündet sich mit einem Drachen, der geschworen hat, keine Menschen zu fressen. Gemeinsam suchen sie nach einem Weg, die Bestien zu bekämpfen. Der Schlüssel liegt in der Vergangenheit. Denn Drachen waren einst etwas ganz anderes …“

Lesung von Jenny-Mai Nuyen

Schildmaid – Judith & Christian Vogt

Nach einer Pause für Essen und Trinken sowie erste Signieraktionen gehörte die Bühne dem Autorenpaar Judith und Christian Vogt. Die beiden schreiben seit zehn Jahren Science Fiction, Fantasy und historische Romane und entwickeln auch Pen- & Paper-Rollenspiele. Auch sind sie für ihren diverseren Zugang zu Fantastischem bekannt. Ihr neues Buch „Schildmaid – Das Lied der Skaldin“ vereint Fantasy und historischen Roman und ist gleichzeitig eine feministische Fabel. Neben einer mitreißenden Lesung, die durch die Lese-Aufteilung und das leidenschaftliche Vortragen geprägt war, gab es auch spannende Einblicke in die Entwicklung der Buch-Ideen, die Aufteilung beim Schreiben und mehr.

Abendliche Kulisse

Hier der Klappentext zu „Schildmaid“:
„Eine göttliche Stimme aus der tiefgrünen See.
Ein blaues Segel in einem Traum.
Und der Aufbruch zu einer Reise, von der es kein Zurück mehr gibt …

Seit sieben Jahren baut die Einzelgängerin Eyvor ein Drachenboot in einem Fjord. Als sich immer mehr Außenseiterinnen um sie scharen, wird sie unerwartet zur Kapitänin eines Schiffes, das eigentlich niemals in See stechen sollte.
Die Letzte, die sich ihr anschließt, ist Herdis, das Krähenkind: Verfolgt von Berserkern zwingt sie die Gruppe zum Aufbruch. Es beginnt ein tödliches Wettrennen vom skandinavischen Festland bis ins Land der Eisriesen hinein, an dessen Ende nichts Geringeres droht als Ragnarök, das Weltenende selbst.

Mystisch, mitreißend und abenteuerlich: eine moderne Neuinterpretation nordischer Sagen.“

Lesung von Judith und Christian Vogt

Tinte & Siegel – Kevin Hearne

Den krönenden Abschluss bildete die Lesung von Kevin Hearne. Der amerikanische Autor und Englisch-Lehrer wurde durch „Die Chronik des Eisernen Druiden“ weltweit bekannt und hat an diesem Abend aus dem ersten Teil von „Die Chronik des Siegelmagiers“ gelesen. Zunächst hat der Autor aus der englischen Fassung gelesen, was selbst für jene, die kein Englisch verstanden haben, ein absoluter Genuss war. Und die, die gut Englisch können, haben auch nicht alles verstanden, da Kevin Hearne seinen schottischen Protagonisten in einem wundervollen Schottisch vorgetragen hat.

Danach gab es die Lesung nochmal aus der deutschen Fassung, welche von Isa Theobald vorgelesen wurde. Sie ist ebenfalls Autorin und Lektorin und hat an diesem Abend auch die Rolle der Übersetzerin wunderbar erfüllt. Im Anschluss an die Lesung gab es eine kleine „Q&A“-Runde, in der Fragen aus dem Publikum beantwortet wurden. Auch hier hat Isa Theobald stets super übersetzt und für Verständigung gesorgt. Neben Fragen zu den Geschichten ging es auch um Autorenreisen, Bier und die Eigenschaft des Sprach-Chamäleons, wie Kevin Hearne sich selbst bezeichnet.

Hier der Klappentext des ersten Teils „Tinte & Siegel“ von „Die Chronik des Siegelmagiers“:
„»Tote Schüler sind auf Dauer schlecht für den Ruf. Inzwischen frage ich mich, ob meiner noch zu retten ist.« Al MacBharrais

Al MacBharrais ist gesegnet. Gesegnet mit einem ungewöhnlich schönen Schnurrbart, einem Sinn für kunstvoll gemixte Cocktails – vor allem aber mit einem einzigartigen magischen Talent. Er schreibt mit Geheimtinte kraftvolle Zaubersprüche. Und als ehrbarer Schotte setzt er alles daran, unsere Welt vor den schurkischen Knechten verschiedener Pantheons zu beschützen, im Besonderen vor Feenwesen, die alles andere als nett sind.

Traurig, aber wahr: Al ist auch verflucht. Jeder, der seine Stimme hört, geht sofort mit unvorstellbarem Hass auf ihn los. So kann er nur schriftlich oder mit Sprach-Apps kommunizieren. Und schlimmer noch: Alle seine Lehrlinge starben bei höchst sonderbaren Unfällen. Fergus wurde bei den Highland-Spielen von einem schlecht geworfenen Baumstamm erschlagen, Ramsey wurde von schusseligen amerikanischen Touristen, die auf der falschen Straßenseite unterwegs waren, überfahren. Als sein letzter Lehrling Gordie tot in seiner Wohnung in Glasgow aufgefunden wird – er erstickte an einem rosinenhaltigen Gebäck –, entdeckt Al, dass Gordie ein geheimes, verbrecherisches Doppelleben führte und in einen schwunghaften Menschenhandel mit nichtmenschlichen Wesen verstrickt war …“

Lesung von Kevin Hearne

Wann gibt’s das nächste Fantasy Lesefestival?

Eine letzte Signierrunde rundete den Abend dann ab, bevor die Besucher mit ihren vielen neuen Bücherschätzen den Heimweg antraten. Es war ein wundervoller Abend, an dem ich sehr sympathische Autoren und Autorinnen kennenlernen durfte und tolle Gespräche geführt habe. Die Lesungen gaben Einblicke in wundervolle, phantastische Geschichten, die ich natürlich auch alle signiert mit nach Hause genommen habe. Ist ja klar, oder? Auch gab es viel zu lachen und wenn du nicht dabei warst, dann hast du echt etwas verpasst.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die Buchhandlung Eulenspiegel und insbesondere Laura fürs auf die Beine stellen, die tolle Organisation & Moderation und das ganze Drumherum! Ich hoffe, dass es weitere Festivals dieser Art geben wird und bin auf jeden Fall wieder mit dabei. Vielleicht irgendwann auch mal auf der anderen Seite 😉

Warst du schon mal auf einer Lesung? Wenn ja, wo und wann? Erzähl doch gerne in den Kommentaren. Und kennst du schon meine Berichte zum Indiebookday 2021 oder Meine Bücherschätze zum #Bücherhamstern gesehen?

Liebe Grüße
Tenja Tales

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