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Torten-Horror – Tipps zur Tortenrettung

Stellt die Torte sich mal quer,
Mühst du dich auch noch so sehr,
Sei kreativ und gib nicht auf,
Glaub an dich, du hast es drauf!

Torten Horror

Ach ja, das Backen von Kuchen und Torten kann manchmal ganz schön Nerven kosten, oder? Nicht immer läuft alles nach Plan, manchmal zieht der Plan auch völlig von dannen und lässt uns im Chaos alleine stehen. Auch haben sich manche Zutaten manchmal heimlich aus dem Staub gemacht, der Ofen hat einen schlechten Tag oder irgendetwas anderes durchkreuzt den ach so sicheren Torten-Plan. So erging es mir kürzlich mit einer Torte auf dem Foto. So ziemlich alles, was irgendwie schief gehen konnte, ging schief. Wenn auch bei dir nicht immer alles so glatt läuft, dann bist du hier ganz richtig, denn ich will dir heute ein paar Tipps zur Tortenrettung mit auf den Weg geben.

AUGEN AUF BEIM ZUTATEN KAUF

Die ersten Fehler können sich schon beim Einkaufen einschleichen. Mal gehst du vielleicht davon aus, dass du noch etwas zu Hause hast, was sich später leider als falsch herausstellt, sich aber sonntags beim Backen nicht mehr korrigieren lässt. Mal hast du das Geliermittel in Blätter-Form statt Pulver gekauft. Daher immer vor dem Einkauf kontrollieren, was du noch zu Hause hast und was du wirklich einkaufen musst. Und bei manchen Dingen, insbesondere wenn sie lange haltbar sind, ist es ratsam, ein wenig mehr mitzubringen, falls ein Versuch in die Hose geht oder du spontan etwas umplanen musst, weil dich der Torten-Horror getroffen hat.

NIMM DIR ZEIT

Der wohl wichtigste Punkt, den auch ich immer wieder vehement missachte, ist die Zeit. Es ist so wichtig, dass du dir für dein Torten-Projekt genügend Zeit nimmst und nicht alles auf den letzten Drücker machst! Manchmal brauch die Creme etwas länger zum Festwerden, mal ist der Kuchen noch nicht kalt genug, mal musst du etwas ein zweites Mal machen oder wieder spontan etwas Abändern. Daher ist es auch wichtig, dass du zu Beginn das Rezept nochmal genau durchgehst und zum Beispiel die Creme, die mehrere Stunden im Kühlschrank abkühlen muss, als erstes machst, auch wenn sie im Rezept vielleicht erst am Ende genannt wird.

Formen zum Backen

SCHNEIDEN IST NICHT SCHNEIDEN

Wenn du eine schöne Torte in einer bestimmten Form backen willst, die nicht den Standard-Kuchenformen entspricht, dann gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Du kaufst dir eine passende Form oder du backst ein paar Bleche voll Kuchen und schneidest deine Wunschform aus. Die fertige Form klingt erstmal nach der einfacheren Variante, die zwar mehr Geld kostet, aber recht sicher im Ergebnis wirkt. Na ja „wirkt“, weil es eben noch ganz darauf ankommt, wie du die Torte später aufbauen willst und was du dafür an Werkzeug zur Verfügung hast.

Wenn du beispielsweise wie ich eine Zahlen-Torte anfertigen willst, ist die Blechkuchen-Variante meist besser. Du schneidest dir einfach eine Vorlage aus Pappe oder ähnlichem zurecht und nutzt sie zum Kuchen ausschneiden. So hast du danach keine Formen im Schrank, die du vielleicht nie wieder brauchst, sparst dir eine Menge Geld und du kannst die Zahlen wunderbar schichten, ohne dass sie ausfransen! Ich habe in Formen gebacken und dann mit einem großen Messer den Biskuit in die Ebenen geteilt. Wenn du kein Kuchen- bzw. Tortenmesser zur Hand hast und wie ich nicht die richtige Technik anwendest, fransen die Seiten schnell aus, was später unschön aussieht und dich mehr oder weniger zum Umhüllen der Torte zwingt. Wenn du dennoch lieber die Ebenen schneiden willst, ist es sinnvoll, erst die Ränder rundherum einzuschneiden und dann erst die Mitte zu durchtrennen.

Torten schneiden

Ein weiterer Vorteil: Ein auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech wird kein Kuchen kleben bleiben, in einer Backform kann das trotz Einfetten schon mal passieren. So musst du vielleicht auch dort dann unschöne Stellen ausbessern, an denen ein Loch im Kuchen ist oder du ein Stück wieder zusammenbasteln musstest.

ABKÜHLEN LASSEN HEISST NICHT KALT WERDEN

Sich für ein Torten-Projekt viel Zeit zu nehmen, ist wie oben erwähnt, sehr wichtig. Aber manchmal arbeitet die Zeit auch gegen dich, wenn du genügend davon hast! Wenn du Cremes oder eine Pudding-Füllung hergestellt hast, die nun abkühlen, dann kontrolliere zwischendurch immer wieder die Konsistenz! Wenn der Pudding nämlich kalt ist, lässt er sich nicht mehr so leicht und erst recht nicht mehr ansehnlich auf einem Tortenboden verteilen.

Auch bei Schokosahne solltest du lieber deinem Gefühl statt jedem Rezept vertrauen, denn ist das Mischverhältnis zwischen Sahne und Schokolade nur ein wenig anders, ändert sich auch die Zeit zum Festwerden. Eine Nacht im Kühlschrank kann da schnell zu viel sein.

KONFITÜRE-RÜHREN

Wenn in der Füllung Konfitüre vorhanden sein soll, kann es hilfreich sein, diese vorher mit einem Rühraufsatz der Küchenmaschine oder ähnlichem zu bearbeiten. So lässt sie sich leichter verteilen. Das funktioniert übrigens auch beim Plätzchen backen wunderbar und sorgt für weniger Klumpen beim Gelee-spritzen. Es geht natürlich aber auch ohne, wie du auf meinem Foto siehst.

Konfitüre Füllung

VON STEIF ZU STEIF ZU MATSCH

Es ist passiert, man hat Gelatine-Blätter statt Pulver gekauft und deswegen schon zu einer Marmelade-Pudding-Füllung umdisponiert statt die geplante Ricotta-Lemon Curd-Creme zu verwenden. Nun ist die Torte geschichtet und befüllt, sieht aber so ausgefranzt aus, dass man ihr definitiv ein Kleid statt nur ein Topping geben muss. Torten-Horror par excellance. Also werden Rezepte kreativ kombiniert, um eine leckere Sahne-Creme mit der Blatt-Gelatine zu erstellen. An dieser Stelle der Tipp: Hab immer Sahnesteif, genug Schokolade und etwas anderes zum Gelieren zu Hause, damit kannst du am häufigsten etwas retten!

Wenn du Sahne aufschlägst, wird sie steif. Wenn du vorsichtig Ricotta hinzugibst, bleibt die Masse steif. Wenn du jetzt Gelatine hinzufügst, die alles steifhalten sollte, bekommst du Matsche, vor allem wenn du vielleicht ein ganz klein wenig zu viel Flüssigkeit an der Gelatine hattest… Jetzt kommt wieder der Zeitfaktor. Wenn du Zeit hast, stell das Zeug in den Kühlschrank und warte bis es wieder steif wird, denn ja, das passiert. Wenn du keine Zeit hast, versuchst du die Torte damit möglichst gleichmäßig zu bestreichen, was zur Folge hat, dass du merkst, dass du sehr viel Deko brauchen wirst. Denn diese Umhüllung dient maximal als weißer Kleber, aber nicht als schicke Creme-Hülle.

DU BRAUCHST SCHOKORASPEL

Meine absoluten Retter in der Not sind Schokoladenraspel! Denn mit Schokolade schmeckt nicht nur vieles besser, es sieht nicht selten auch besser damit aus. Zumindest lassen sich damit einige Unschönheiten erfolgreich kaschieren. Eine nicht so gut gelungene Creme zur Ummantelung einer Torte kann so mit Schokoladenraspel (ich nehme am liebsten Zartbitter) noch zu einem super schönen Hingucker werden!

Hier aber noch ein Tipp: Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, dann dekoriere deine Torte nicht auf der finalen Kuchenplatte. Klar ist der Umzug einer Torte von einer Platte auf eine andere ein nicht zu verachtender Act, aber das Wiederherstellen der Sauberkeit einer Platte, die mit Creme beschmiert, mit Schokoraspeln beklebt und sonst irgendwie mitdekoriert ist, ist vom Aufwand her ebenfalls nicht zu verachten. Zur Not kann man aber auch da mit einem feuchten Tuch und einem Strohhalm noch einiges retten 😉

Ende gut alles gut

MANCHMAL IST MEHR WIRKLICH MEHR

Oftmals heißt es ja: Weniger ist mehr. Und es gibt durchaus viele wunderschöne Torten, die durch ihre Schlichtheit bestechen. Allerdings sind diese dann auch super akkurat und perfekt gearbeitet. Wenn du aber vielleicht aufgrund der widerspenstigen Creme keine glatte Oberfläche zaubern kannst, dann ist vielleicht ein „Mehr“ an Deko die Rettung. Du hast sicher schon Fotos von diesen schicken Torten gesehen, die über und über mit Naschereien bedeckt sind oder die massig frisches Obst oder sonstige Deko zeigen. Mach dir diesen Trend zu Nutze und rette deine Torte.

MANCHMAL IST WENIGER ABER AUCH MEHR

Wie jetzt? Gerade habe ich es genau noch anders herum behauptet. Richtig, aber es kommt eben immer ganz drauf an! Wenn du eine wie oben genannte Situation hast, kann eine Deko-Masse die Rettung sein. Wenn du aber zum Beispiel keinen Puderzucker mehr im Haus hast für einen Zuckergussüberzug und auch keine Schokolade oder etwas anderes passendes, dann lass den Kuchen lieber nackig statt auf die tolle Idee zu kommen, dass du Zucker zu Puderzucker mahlen kannst oder ähnliches. Nicht alles muss immer gerettet werden.

TORTEN-HORROR FAZIT

Einen Großteil der genannten Situationen hatte ich tatsächlich kürzlich bei dem hier gezeigten Kuchen, weswegen diese Tipps und dieser Bericht entstanden sind. Nicht jede Entscheidung war clever, aber ich denke das Ergebnis konnte sich dennoch sehen lassen und geschmeckt hat er auch! Der aller wichtigste Tipp lautet daher: Lass sich nicht entmutigen, wenn etwas nicht so funktioniert wie geplant! Gibt nicht auf, weil irgendetwas anders ist, als du es wolltest. Sei kreativ und experimentierfreudig und mach das Beste aus der Situation, dann wirst du mit dem Ergebnis zufrieden sein!

Welche Torten-Pannen sind dir schon passiert und wie bist du damit umgegangen? Und kennst du schon meine Rezepte zur Schokoladen-Torte oder meinen Brownies?

Liebe Grüße
Tenja Tales

4 COMMENTS

  1. Hallöchen,
    mir ist mal eine Torte nicht fest geworden.
    Sie hat die komplette Nacht im Kühlschrank gestanden, war auch genauso gemacht, wie im Rezept stand (auch nicht das erste Mal, dass ich sie gemacht habe) und eigentlich hätte es geklappt haben sollen.
    Als ich morgens (ich wollte das gute Stück mit zur Arbeit nehmen) allerdings die Springform abmachte, floss mir die komplette Torte von der Küchenzeile gen Boden. Ich war perplex, dass ich nur dagestanden hab und dem ganzen Kuchen dabei zugeschaut hab. xD
    Hab dann nur schnell das dürftigste sauber gemacht und bin zur Arbeit, an rettung war da nicht wirklich zu denken.

    • Hallo Kim,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Erfahrungen! Sowas ist natürlich mehr als ärgerlich! Mir ist auch schon mal ein Kuchen zerflossen, allerdings habe ich da wohl zu wieder zu eng geplant… Ich wollte eine Art Kirschkuchen backen, der ein schönes Zebramuster aus Schoko- und Vanillepudding als Topping haben sollte. Allerdings waren die Gäste zu früh und ich wohl zu spät und na ja…

      Liebe Grüße
      Tenja Tales

  2. Oh ja, so ging es mir letztens auch… Die Schokotorte für den Kindergeburtstag war geplant, alles lag bereit und – nur noch Reste in der Packung mit der Stärke! Zum Glück war es kein Sonntag. Da musste sich der Eischnee mal eben eine halbe Stunde geschlagen-werden gefallen lassen, bis ich wieder vom Supermarkt zurück war XD

    • Hallo Anne Caterina,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Auch eine sehr mutige Variante, ich glaube ich hätte den Eischnee nicht alleine lassen wollen 😉

      Liebe Grüße
      Tenja Tales

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