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Füreinander statt Gegeneinander

So viele Menschen sind so schlecht,
Die Welt erscheint arg ungerecht!
Man denkt nur an sein eignes Wohl,
Das Herz wird kalt und alsbald hohl.

Das eigne Schicksal ist nur wichtig,
Das Glück von anderen ist nichtig.
Auf Macht und Geld kommt es nur an,
Damit man alles haben kann.

Man wird missachtet und belogen,
Um jedes bisschen Glück betrogen.
Dem Guten wird die Schuld gegeben,
In dieser Welt will man nicht leben!

Füreinander statt Gegeneinander

Heute gibt es mal einen nicht so positiven, humorvollen Einstieg in meinen Bericht, sondern einen Auszug aus meinem Gedicht „Von Gut und Böse“, welches sich auch in meinem Gedichtband „Vom Homo Sapiens und anderen Problemen“ befindet. Doch wieso wähle ich einen so bitteren Einstieg, wenn das Thema des Berichts mit „Füreinander statt Gegeneinander“ eigentlich so positiv klingt?

Ziehen wir mal einen Vergleich: Wie kamen all die großen und tollen Erfindungen unserer Zeit zu Stande? Sie wurden durch Menschen erarbeitet, die unzufrieden waren. Menschen, die den Bedarf von Veränderung gesehen haben und die etwas dafür getan haben, dass sich etwas verbessert. Mit dem heutigen Thema ist es ähnlich: Füreinander statt Gegeneinander zeigt auf, dass ich mich heute für mehr Miteinander und Einsatz füreinander aussprechen möchte, weil ich sehe, dass es viel zu viel gegeneinander in der Welt gibt. Einer der Gründe, wieso ich in meinem Gedichtband die bitteren Seiten des Homo Sapiens behandle und versuche, sie dann mit einem Schmunzeln in eine bessere Richtung laufen zu lassen.

Blogger*innensonntag und Autor*innensonntag

Doch wie komme ich so plötzlich dazu? Den Anlass haben mir der Blogger*innensonntag und der Autor*innensonntag gegeben, zwei Aktionen, die jeden Sonntag auf Instagram stattfinden und an denen ich mich gerne beteilige. Das heutige Thema ist bei beiden Aktionen: Miteinander statt Gegeneinander. Doch um ehrlich zu sein, reicht mir das nicht. Miteinander ist gut, definitiv. Doch ich finde Füreinander statt Gegeneinander noch viel besser. Wieso? Dazu kommen wir gleich. Ich habe nur schnell festgestellt, dass ich zu diesem Thema mit einem Instagram Post bei Weitem nicht alles sagen kann, was mir dazu aktuell im Kopf herum schwirrt, weswegen ich mich dann für den Blog Beitrag entschieden habe.

Optimist mit pessimistischen Tendenzen

Wie wäre es heute zu dem Thema mal mit einer kräftigen Portion Ehrlichkeit? Wer meine Berichte kennt oder mir auf den sozialen Medien folgt, der weiß, dass ich eigentlich immer versuche, etwas Positives in allen Dingen zu sehen. Allerdings habe ich auch schon verraten, dass es in meinem Gedichtband anders aussieht. Da bin ich bitter, kritisch, aber auch wieder ironisch und humorvoll unterwegs. Eine der ersten Rückmeldungen, die ich zu meinem Gedichtband erhalten habe, war: „Ich wusste gar nicht, dass du so negativ bist!“.

Ja, ich bin ein Optimist und suche immer das Gute. Aber ich habe meist eine unheimlich schlechte Meinung von Menschen. Es gibt so viel Ignoranz, Egoismus, Gier und <hier bitte weitere negative Worte, die zur Menschheit passen eintragen>, dass ich mich manchmal wirklich frage, was wir unserem Kind angetan haben, es in so eine Welt zu setzen.

In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Wir stehen morgens auf und sind auf dem Weg zur Arbeit wahrscheinlich schon mehr ignoranten Idioten auf der Autobahn begegnet, als dass wir Freunde haben. Wer Pech hat, findet auf der Arbeit auch Kollegen vor, die lieber diverse Formen von Mobbing anwenden würden, statt einmal über ihr eigenes Verhalten nachzudenken. Es gibt Chefs, die nur der Profit interessiert und für die Mitarbeiter nur eine Zahl auf dem Papier sind. Von toxischen Beziehungen und Gewalt in Familien kann ich gar nicht anfangen zu reden, ohne dass mir bald die Halsschlagader platzt. Und die Nachrichten zeigen darüber hinaus täglich, dass es nicht nur direkt vor der Tür, sondern auf der ganzen Welt schlimme Zustände gibt, die das oben Beschriebene noch um Weiten übertreffen.

Miteinander statt Gegeneinander

Ein besseres Miteinander wäre super. Keiner von uns ist hier alleine auf dieser Welt, auch wenn sich leider einige so verhalten. Doch wie könnte so ein Miteinander aussehen? Der Mensch sehnt sich eigentlich oft nach einer funktionierenden Gemeinschaft, nach Familie, Teams und Harmonie. Genau da kommt das Miteinander meiner Meinung nach am stärksten zum Tragen. Wir können mit anderen zusammen etwas bewegen, wir können andere mit ihren Problemen nicht alleine lassen. Es gibt sogar unzählige Seminare zu genau diesem Thema, um vor allem das Miteinander in der Arbeitswelt zu verbessern.

Doch sind wir im anonymen Internet tatsächlich auch eine Gemeinschaft? Wie sieht ein Miteinander in Social Media Kreisen, unter Bloggern und / oder Autoren aus? Auch hier kann es natürlich tolle Formen von Miteinander geben, keine Frage! Aber auch hier gibt es schwarze Schafe. Ist es auch ein Miteinander, wenn man mit ein paar Leuten zusammen die Veröffentlichung eines „Konkurrenten“ boykottiert? Ist es Miteinander, wenn Abreden getroffen werden, so dass man sich zum Beispiel gegenseitig bewirbt oder gar gegenseitig wunderbare Rezensionen schreibt, ohne dass man die Werke wirklich gelesen hat?

Freude und Ideen verteilen

Füreinander statt Gegeneinander

Ich finde ein Füreinander daher weit besser. Es schreit nicht so nach Ausgleich. Füreinander bedeutet für mich, dass ich anderen etwas Gutes tun kann, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Gerade im Internet habe ich leider oft den Eindruck, dass nur wenig ohne Gegenleistung funktioniert. Es fängt ja schon beim Follow / Unfollow an. Wenn ich nicht zurück folge, sind viele Follower schnell wieder weg. Wenn ein Beitrag von mir geteilt wird und ich diesen Gefallen nicht erwidere, wird zukünftig nichts mehr von mir geteilt. Das gilt natürlich nicht für alle! Aber doch für nicht wenige.

Reichweite und Follower sind schön, aber für mich nur dann, wenn sie sich wirklich für die Inhalte interessieren. Ich folge einem Account, wenn ich die Person mag oder mir der Feed und der Content gefallen und mich interessieren. Da ist mir egal, ob der Account mir dann auch zurück folgt oder nicht. Ich lese und like Beiträge, wenn mich der Content interessiert und anspricht. Und ich kommentiere etwas, wenn ich dazu etwas zu sagen habe und nicht, weil ich dadurch auf mich aufmerksam machen kann und hoffe, dadurch ein Like oder einen Kommentar zurück zu bekommen. Und ich teile Beiträge, wenn sie mir außerordentlich gut gefallen, mich berühren, meiner Meinung nach mehr Reichweite verdienen und wenn ich die Zeit dazu habe. So, das war es dann wohl jetzt endgültig mit meiner Reichweite, denn jetzt weiß jeder, dass es bei mir keine Reichweite, Likes oder sonst etwas zu erkaufen gibt.

Luxus-Probleme

Aber sind wir doch mal ehrlich, sind das nicht alles ohnehin Luxus-Probleme? Wir beschweren uns über mangelnde Reichweite, über den bösen Algorithmus und die miesen Aktionen in der Bookstagram Bubble, während da draußen in der echten Welt viel zu viele Menschen vor viel schlimmeren Problemen stehen. Ich will damit nicht sagen, dass wir nicht mehr Jammern oder uns beschweren dürfen, nur weil es Schlimmeres auf der Welt gibt. Aber ich finde, dass wir uns manchmal wieder bewusst machen sollten, was wirklich wichtig ist. Wir sollten uns erden und überlegen, was wirklich zählt. Und dann sollten wir das Richtige tun…

Aber was kann der Einzelne schon…

Wahrscheinlich folgt jetzt automatisch der Gedanke, dass man als Einzelner ja aber nichts ausrichten kann. Hierzu möchte ich gerne ein Zitat aus „Deine Schuld“ von den Ärzten anbringen: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

Ja, wir können nicht einfach die Haustür aufmachen und schlagartig den Hunger der Welt stillen, die Vernichtung der Natur und Tierwelt stoppen und der Ungerechtigkeit ein Ende machen. Und dennoch kann jeder Einzelne von uns etwas tun, was ausschlaggebend für genau diese Ziele sein kann. Jedes bisschen zählt, auch wenn es uns vielleicht nicht gleich so auffallen mag. Und das fängt schon im ganz Kleinen mit der Laune an. Stell dir vor, du startest den Tag morgens damit, dass du einem Wildfremden auf der Straße ein nettes Lächeln schenkst. Vielleicht hast du seine Laune damit so verbessert, dass er diese gute Laune an diesem Tag ebenfalls weiterträgt und weitere Menschen damit „ansteckt“. Dein Lächeln kann am Ende des Tages für das Lächeln von so vielen Menschen gesorgt haben!

Konsequenzen

Jetzt könntest du fragen, was das Lächeln denn bitte mit den großen Problemen der Welt zu tun hat. Ganz einfach: Wir dürfen die Wirkung der Kleinigkeiten nicht unterschätzen. Wie sagt doch ein chinesisches Sprichwort: „Das leichte Flattern der Flügel eines Schmetterlings mag bis zur anderen Seite der Welt spürbar sein.“ Der Schmetterlingseffekt geht noch weiter und spricht von Tornados, die durch den Flügelschlag ausgelöst werden können.

Ich vermute mal,  dass keiner von uns hier so viel Geld auf der hohen Kante hat, dass eine Spende für eine tolle Sache jetzt die Welt verändern würde. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Was ist, wenn die gute Laune, die du mit deinem Lächeln verbreitet hast, dazu führt, dass eine Handvoll Leute abends vorm Fernseher einen Spendenaufruf sehen und diesem nachkommen, nur weil ihre Laune heute besser ist als sonst? Das klingt weit hergeholt? Na ja, die Gegenbeispiele sind es nicht. Was ist, wenn jemand morgens statt guter Laune zu verbreiten gleich den Nächstbesten übel anblafft? Was ist, wenn er damit ausgerechnet einen labilen Charakter getroffen hat, der aufgrund dieser negativen Erfahrung jetzt ganz austickt? Mehr muss ich wohl nicht sagen.

Kleine Dinge können die Welt verändern

Jeder kann im Kleinen Gutes tun und die Welt so Stück für Stück verbessern. Auch sind wir alle sicher nicht in den gleichen Dingen gut. Doch jeder hat seine Stärken, seine guten Seiten, mit denen er anderen etwas Gutes tun und die Welt zu einem Ort machen kann, der nicht mehr so ist, wie eingangs beschrieben. Ein Autor kann mit seinen Geschichten so viele Gefühle bei seinen Lesern auslösen und ihr Denken nachhaltig beeinflussen. Ein Blogger oder Influencer kann so viele Menschen erreichen und ihnen neben tollen Produkten vor allem tolle Verhaltensweisen an die Hand geben. So könnte man jetzt lange weiter machen, jeder kann etwas tun, jeder kann ein Licht in einer dunklen Welt anzünden und im positiven Sinne ein Feuerstarter sein!

Wie ist deine Meinung zu dem Thema Füreinander statt Gegeneinander? Wo hast du dich zum Beispiel bewusst Füreinander entschieden? Und kennst du schon meine Berichte zu „Kleider machen Leute“ oder zu „Heute schon gelächelt“?

Liebe Grüße
Tenja Tales

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